Zum Inhalt springen
Singen – Die Zeitung des Schwäbischen Chorverbandes und der Chorjugend Logo
  • Mein Singen-Konto
    Anmelden
  • Mein Singen-Konto
    Anmelden
  • Thema
  • News
  • Vereinsmanagement
    • kurz & bündig
    • Öffentlichkeitsarbeit
    • Vereinswissen
  • Singen & Stimme
    • Chorleben
    • Aus der Geschichte
    • Rezensionen
  • Ausgaben
    • Aktuelle Ausgabe
    • Ausgaben-Archiv
News, SINGEN 2023-07-08, Thema

Let‘s talk about: Chorleitungshonorare

Christoph Schäfer
Chor- und Ensembleleitung Deutschland e.V.
1. Juli 2023
Foto: pexels

Ein Blick in die Honorarumfrage des Verbandes Chor- und Ensembleleitung Deutschland e.V.

 

Die „Chor- und Ensembleleitung Deutschland“ (CED) hat in einer bundesweiten Studie mit über 1.200 Datensätzen bei Chorleitenden nachgefragt, um den aktuellen Stand bei Chorleitungshonoraren zu erfahren.  Wie viel verdient man gerade als Chorleiter:in in Deutschland? Schätze ich mich selbst richtig ein? Wie viel kann ich eigentlich bei Honorargesprächen verlangen?

Grafik: CED

Diesen und weiteren Fragen rund um das Thema Chorleitungshonorare ist eine eigene Arbeitsgruppe innerhalb der CED nachgegangen und hat in der ersten Jahreshälfte eine repräsentative Studie durchgeführt. Ziel war und ist es dabei, ein umfassendes Bild der Situation in ganz Deutschland zu erhalten. Die Gesamtergebnisse sowie Empfehlungen zu konkreten Finanzen werden erst im Sommer 2023 veröffentlicht, eine vorläufige Einsicht in die Auswertung der Teilnehmenden aus Baden-Württemberg kann aber bereits in dieser Ausgabe der SINGEN gegeben werden: Aus Baden-Württemberg haben insgesamt 156 Chorleitende (51% männlich, 49% weiblich) mit einem Durchschnittsalter von rund 46 Jahren teilgenommen. Insgesamt wurden die Daten von 246 Chören eingetragen. 63% der Befragten gaben an, als Chorleitung nebenberuflich (<50% des Einkommens) tätig zu sein, 18% hauptberuflich (>50% des Einkommens), 12% hauptberuflich (100%). Nur 4% der Teilnehmenden gaben an ausschließlich ehrenamtlich einen oder mehrere Chöre zu leiten. Während sich bei den Nebenberufstätigen mehr Frauen finden, zeigt sich eine größere männliche Gruppe der hauptberuflichen Chorleitenden.

Nur 10% der Teilnehmenden aus Baden-Württemberg gaben an, keine chorleiterische Ausbildung oder lediglich eine private Ausbildung (privater Unterricht oder Fortbildungen) durchlaufen zu haben. Bei den restlichen 90% findet sich eine entsprechende Ausbildung oder ein Studium wie Chorleitung, Orchesterleitung, Kirchenmusik, Schulmusik etc.

 

Eine Auffälligkeit zeigt sich bei den Daten zur Berufserfahrung: Während sich in den Kategorien „bis 1 Jahr“ und „1-5 Jahre“ ein erhöhter Anteil von Chorleiterinnen findet, zeigt die Kategorie „über 25 Jahre“ einen deutlich männlichen Chorleiterüberschuss.

 

Haben diese Chorleitenden in Baden-Württemberg einen festen Arbeitsvertrag? Überwiegend JA. Bei den Daten der 246 eingetragenen Chören finden sich 146 mit einem schriftlichen Anstellungsvertrag.

Grafik: CED

Die konkreten Daten zu den Finanzen der gesamten Studienteilnehmenden werden im Sommer 2023 veröffentlicht. Ebenso werden daraus resultierend entsprechende Honorar-Empfehlungen der CED vorgelegt, welche sich an den im März 2023 veröffentlichten fairen Honorarsätzen des Deutschen Musikrats orientieren (Einzusehen unter www.musikrat.de/musikpolitik/professionelles-musikleben). Das Verhältnis der „sichtbaren“ und „unsichtbaren“ Arbeit wird dabei sicherlich eine entsprechende Rolle spielen. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Anerkennung und Honorierung der individuellen Vorbereitung (Übezeit, Recherche), einer Konzeption von Projekten, der Bürotätigkeiten, der Arbeiten im Marketing, der Öffentlichkeitsarbeit, der anfallenden Reisezeiten etc.

 

Checkliste Ensemble-Zeit-Analyse

 

Um sich bereits vor der Veröffentlichung der Studienergebnisse einen Überblick über die eigene Chorleitungsarbeit zu schaffen, bietet die CED eine „Ensemble-Zeit-Analyse“- Checkliste. Anhand dieser Liste können Chorleitende sehen, wie viel Zeit sie mit welchen Aufgaben und Verpflichtungen verbringen. Die Auflistung ist individuell und immer nur auf einen Chor bezogen anzuwenden. Darüber hinaus kann sie (in Relation zu monatlichen Einkommen, Fahrtkosten usw.) aufzeigen, wie wirtschaftlich ein Engagement ist. Im Hinblick auf die ausgewerteten persönlichen Daten können folgende Fragen weiterführend hilfreich sein:

 

  • Was geht mir angesichts dieser Analyse gerade durch den Kopf?
  • Womit verbringe/vergeude ich derzeit am meisten Zeit?
  • Was kommt momentan zu kurz?
  • Bei welchen Aufgaben hätte ich einen geringeren Zeitbedarf vermutet?
  • Welche möglichen Ursachen könnte der erhöhte Zeitaufwand haben?
  • Wie strukturiert und effektiv ist meine Arbeit?
  • Welche Tätigkeiten sind nicht zweckmäßig?

 

Die Ensemble-Zeit-Analyse – auch erweitert durch eine persönliche Wochen-Zeitanalyse – kann darüber hinaus nicht nur das persönliche Zeitmanagement verbessern, sie kann auch bei Gehaltsverhandlungen hilfreich sein; gerade bei Ensembleleiter:innen, bei denen das Honorar bislang lediglich über den musikalisch-zeitlichen Aufwand, also das Leiten von Proben und Konzerten berechnet wird.

 

Über eine Wochenanalyse kann exakt ausgelesen werden, wie viel Aufwand für das jeweilige Ensemble X durch zusätzliche Aktivitäten wie Telefonate, Vorstandssitzungen, Vorbereitungszeit usw. tatsächlich aufgebracht wird. Sollten einige Engagements dadurch gar nicht mehr so wirtschaftlich erscheinen, kann die Analyse als Grundlage zur eventuellen Neuverhandlung der Bezahlung verwendet werden.

Grafik: CED

Chorleitung, Finanzen
Let‘s talk about: Chorleitungshonorare
zurück
Artikel drucken
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung
  • Abonnement
  • Kontakt
  • Anzeigen
  • Privatsphäre-Einstellungen ändern
    • Privatsphäre-Einstellungen ändern
    • Historie der Privatsphäre-Einstellungen
    • Einwilligungen widerrufen

© Redaktionsnetzwerk Amateurmusik | Singen - Die Zeitung des Schwäbischen Chorverbandes und der Chorjugend

Page load link
2 Consent Management Platform von Real Cookie Banner
Nach oben