Es war ein Nachmittag voller Gesang, beeindruckenden Berichten und starken Emotionen: die Verabschiedung von Verónica Kluge. Seit 2004 war sie Chorleiterin und Gründerin des Projektchores, der den Namen „Südamerikachor“ zurecht trug. Die gebürtige Argentinierin kam mit ihrer Familie 1988 von Buenos Aires nach Deutschland und fand im Schwarzwald ihre zweite Heimat. Sie reiste, zusammen mit ihrer Familie und dem Chor im Jahr 2005 nach Brasilien und Argentinien, in ihre alte Heimat. Chorleiter Thomas Müller und der Präsident des damaligen Chorverbandes Kniebis Nagold, Hermann Friedrich, unterstützten das Unternehmen von dem 80zig köpfigen Chor und waren vorne mit dabei. Die Reiseleitung übernahm, bei den Reisen nach Südamerika, Ute Wendel.
Eine weitere Chorreise nach Südamerika führte Verónica Kluge im Jahre 2017 nach Peru. Die 30 Sängerinnen und Sänger, unter dem neuen Chornamen „Cantemos“, zogen die Bevölkerung mit ihren teils klassischen Gesangsdarbietungen, teils deutschen Volksliedern und sakralem Liedgut in ihren Bann. Die Konzerte hinterließen unvergessliche große Momente für die Choristen. In monumentalen Kathedralen vor hunderten Zuhörern zu stehen – mit der Anspannung und Nervosität des Chores, dem erwartungsvollen Publikum und der gewaltigen Akustik, kam bei allen Teilnehmern ein echtes Gänsehautfeeling auf. Dies brachten die interessanten Berichte und Erzählungen zutage. Diese Augenblicke bleiben lebendig, weil sie die Kraft und Tiefe gemeinsamer Musik spürbar machen.
Zu weiteren Highlights von „Cantemos“, unter der Leitung von Verónica Kluge, gehörten auf jeden Fall das Singen im Dom von Sankt Blasien und in der Kathedrale von Straßburg. Auch in der Region hat der Chor sich einen Namen gemacht. Es gab Auftritte und Veranstaltungen im Raum Nagold, z.B. beim „Europafest“ und auf dem Chorfestival auf der Burg Hohennagold sowie in verschiedenen Kirchen. Gesang allerorts und in jeder Lage schafft unvergessliche Begegnungen und knüpft unauflösbare Banden, davon ist die Chorleiterin überzeugt.
Bei dieser Abschiedsfeier wurden die Erinnerungen wieder wach. Sängerinnen und Sänger erzählten, wie sehr sie Verónica Kluge menschlich und musikalisch geprägt hat – wie Singen Gemeinschaft stiftet, Freude weckt und Grenzen überwindet.
„Was wir am nötigsten brauchen, ist ein Mensch, der uns zwingt, das zu tun, was wir können.“ Die Worte des Schriftstellers Emerson könnte auf die Chorarbeit von Verónica Kluge zutreffen. Nur mit Fleiß, Ehrgeiz und viel Freude schafft man gute Chormusik. Mit ihrem Abschied endet ein bedeutendes Kapitel, doch die Dankbarkeit und die vielen gemeinsamen Höhepunkte der Events werden im „Cantemos-Chor“ weiterklingen.
Eine neue Ära beginnt mit Chorleiterin Jelena Mirkov. Die Dirigentin und Musikpädagogin übernahm „Cantemos“ seit Mai diesen Jahres. Nach dem erfolgreichen Auftritt in Baiersbronn auf der Gartenschau bei der Eröffnung der Chortage ist der Projektchor des Chorverbandes Nordschwarzwald auf einem guten Weg – vom „Südamerikachor“ zu „Cantemos“.
Zum Abschluss der Feier bat Verónica Kluge die „Cantemos“-Sängerinnen und Sänger: „Schenkt meiner Nachfolgerin, Jelena Mirkov, das gleiche Vertrauen, das ihr mir geschenkt habt!“:
Als besonderer Dank erklang der Schlusschor aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens „Lobsinget Gott, dem Herrn“. Dieses Lied war an allen besuchten Orten präsent.
Informationen zum Projektchor „Cantemos“ erhalten Sie von Klaus Fischer klaus53fischer@gmail.com und Monika Braun-Witt moni_braun@gmx.de oder auf der Homepage vom Chorverband Nordschwarzwald www.cv-nsw.de
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