Der Schwäbische Chorverband stärkt digitale Angebote und bleibt am Puls der Zeit
Der Schwäbische Chorverband war auch 2025 nah am Puls der Zeit: Das bezeugen eine neue Website, die Digitalisierung der SINGEN, aber auch Digitalwahlen beim Chorverbandstag und der Einsatz von KI bei verschiedenen Prozessen. Die Servicequalität für die Vereine soll so stetig weiterentwickelt werden.
Die neue Website des SCV: Zentrale Anlaufstelle für Vereine
Bessere Übersichtlichkeit, modernere Anwendung, alle wichtigen Informationen und Leistungen für Vereine: Der Schwäbische Chorverband hat seine Website s-chorverband.de den Herausforderungen der heutigen Zeit angepasst. Besonders die Ausbildung sollte vom neuen Webauftritt profitieren: So ist es nun deutlich einfacher, Seminare zu buchen. Das Seminarportal ist jetzt über einen eigenen Auftritt unter bildung.s-chorverband.de erreichbar.
Wie der Schwäbische Chorverband im Internet auftritt, ist von zentraler Bedeutung für die Mitglieder: „Die Internetseite ist quasi die SCV-Geschäftsstelle vor Ort in den Vereinen und eine solche Geschäftsstelle muss zeitgemäß ausgestattet sein“, erklärt Dr. Jörg Schmidt, der Präsident des Schwäbischen Chorverbandes.
Die Website bietet Nutzer:innen schließlich wichtige Informationen rund um die Chor- und Vereinsarbeit. Hier können Vereinsvorsitzende zum Beispiel erfahren, wie eine korrekte GEMA-Anmeldung funktioniert, und erhalten wertvolle Tipps und Handreichungen zur Veranstaltungsplanung. Es gibt Anregungen für Stimmbildung und Chorpraxis, Neuigkeiten aus dem Verband und Angebote zur individuellen Beratung für Chor-Vereine.
Die neue Website soll die Teilhabe stärken und Barrieren abbauen. Warum das so wichtig ist, formuliert die Aktion Mensch folgendermaßen: „Unterm Strich ist Barrierefreiheit für 10 Prozent der Menschen in unserer Gesellschaft dringend notwendig, für 30 Prozent wichtig und für 100 Prozent komfortabel!“
Wer den eigenen Online-Auftritt zugänglicher machen will, darf den Zugriff über Smartphones und Tablets nicht vergessen: Etwa jeder zweite Seitenaufruf in Deutschland läuft mittlerweile über ein Mobilgerät. Damit eine Website auf dem Handy allerdings genauso gut aussieht wie auf dem PC, braucht es ein besonderes Design.
Die Oberpfälzer Firma Auctores, die den neuen Auftritt umgesetzt hat, legt seit jeher besonderen Wert auf Zugänglichkeit: „Wer Barrierefreiheit ernst nimmt, ist auch für Suchmaschinen deutlich zugänglicher: Google belohnt das mit mehr Sichtbarkeit“, erklärt Martina Weigl, Chefin der Auctores-Digitalagentur.
Seminare einfach verwalten
Komfort und Barrierefreiheit standen auch bei der neuen Seminarverwaltung im Fokus: Die macht es für Teilnehmer:innen künftig deutlich bequemer, Seminare zu buchen. Über ein eigenes Kundenkonto können Nutzer:innen Seminarunterlagen direkt herunterladen, Buchungsdaten speichert das System automatisiert. Dadurch ist jetzt eine schnelle Buchung – auch mehrerer Seminare – möglich.
Eine weitere Besonderheit der Website findet sich sozusagen unter der Motorhaube in der verwendeten Technologie: Sowohl das Framework Infinity Base als auch das Content Management System Acondo sind zu 100 Prozent von Auctores selbst entwickelt worden. Außerdem laufen sämtliche Systeme auf europäischen Servern. Der Schwäbische Chorverband setzt damit ein starkes Zeichen für die Digitale Souveränität: Denn alle Daten bleiben in Europa.
Möglich wurde die Überarbeitung der Seminarplattform durch die Unterstützung des Landesmusikverbandes Baden-Württemberg mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.
Die „neue“ SINGEN – sowohl Print als auch digital
Die Verbandszeitschrift SINGEN erscheint auf www.zeitschrift-singen.de mittlerweile komplett digital. Die bisherige, sehr kostspielige Variante zum Durchblättern wurde im Laufe des Jahres durch eine zeitgemäße News-Seite abgelöst. Artikel können so ausgabenübergreifend thematisch sortiert werden und für Nicht-Verbandsmitglieder gibt es eine Bezahlschranke. Auch eine Verbandszeitschrift wie die SINGEN muss sich verändern – weil sich die Leser:innen und ihre Lesegewohnheiten verändern.
Hinter der neuen SINGEN-Website steckt das Redaktionsnetzwerk Amateurmusik, für das sich vier große Amateurmusik-Verbände zusammengetan haben und so technisch, aber auch redaktionell Synergien nutzen wollen.
Trotz des verstärkten Digital-Angebots bleiben auch vier Print-
Ausgaben pro Jahr Teil dieses Veränderungsprozesses. Die gedruckte SINGEN ist nach wie vor sinnvoll – schon allein um Leser:innen, die nicht regelmäßig online sind, auf die SINGEN hinzuweisen. Ob die Zeitschrift irgendwann nur noch online erscheint, ist derzeit offen.
Digitale Verbandsarbeit und Einsatz von KI
Künstliche Intelligenz ist mittlerweile in aller Munde und bietet auch im Verbandsalltag viele Möglichkeiten. Die Mitarbeiter:innen der Geschäftsstelle wurden diesbezüglich geschult. Außerdem wird regelmäßig überprüft, wie Prozesse mithifle von KI optimiert werden können. Dabei gibt es positive und negative Erfahrungen. Bei einem Test bezüglich der Erstellung von Besprechungsprotokollen mithilfe von KI beispielsweise war die Nachbereitung so aufwendig war, dass die manuelle Erstellung doch noch schneller ging.
Weitere Prozesse konnten dank KI aber durchaus digitalisiert und optimiert werden – so zum Beispiel beim Chorverbandstag. Hier wurde mithilfe von Microsoft Copilot ein Prozess für die technische Infrastruktur bei der Anmeldung und der Ausweiserstellung erarbeitet. Da die KI lediglich den Prozess hierfür entwickelte und nicht mit den realen Daten arbeitete, gab es auch hinsichtlich Datenschutz keine Probleme.
Der Chorverbandstag fand zwar in Präsenz statt, die Wahlen waren jedoch digital. Der Vorteil: relativ knappe Abstimmungen – zum Beispiel die Abstimmung für den Chorfest-Austragungsort – können so viel einfacher und schneller ausgewertet werden. Natürlich sind Handzeichen bei eindeutigen Ergebnissen nach wie vor die schnellste Lösung, die Vorteile von digitalen Abstimmungen überwiegen jedoch bei knappen und geheimen Wahlen. Aus dieser Erkenntnis ergeben sich dann Diskussionsgrundlagen für die Zukunft, bspw. hinsichtlich der Frage, ob Veranstaltungen dieser Art auch hybrid angeboten werden sollen.
Wichtig ist bei diesem Thema: Es geht nicht darum, die Menschen in der Geschäftsstelle mit KI zu ersetzen, sondern sinnvoll und effizient einzusetzen – dort, wo sie tatsächlich gebraucht werden.
Der SCV ist und bleibt am Puls der Zeit. Damit wollen wir die Servicequalität stetig weiterentwickeln, aber auch unseren Mitgliedsvereinen vorleben, dass es sich lohnen kann, Prozesse regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen und mit neuen technischen Möglichkeiten vielleicht sogar zu optimieren. Gerade das Thema KI bietet eine Fülle an Möglichkeiten, sich auszuprobieren. Mutig sein lohnt sich!
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