–Alles kurz und klein gemacht
Schon oft wurden in unserer Zeitschrift Sammelobjekte aus der Welt der Sänger:innen vorgestellt; erinnert sei nur an die Brief- und Reklamemarken mit Chormotiven. Hier nun ein Grüppchen besonders kleinformatiger Darstellungen plastischer Art, an denen Sammler:innen ihre Freude haben.
Zu diesen dreidimensionalen Miniaturen gehören z. B. die „Seiffener Figuren“, ein Produkt aus der Volkskunst des Erzgebirges. Als im 18. Jahrhundert der Zinnabbau im Erzgebirge allmählich zurückging, fingen die Bergleute an, sich durch kleine Schnitzarbeiten ein Zusatzeinkommen zu verschaffen. Im 19. Jahrhundert ist daraus dann ein Hauptgewerbe geworden. Heute kennt wohl jeder Deutsche die Räuchermännchen, Nussknacker oder Kurrendesänger aus der Region um das heutige Kurörtchen Seiffen.
Eine Besonderheit unter diesen Objekten bilden die winzigen Eingerichte in kleinen Zündholzschachteln. In einem hier abgebildeten, wohl schon einhundert Jahre alten Exemplar sieht man eine Sängerin und einen Sänger, die in einer Stube von einem Pianisten begleitet werden. Ein anderes, modernes Beispiel zeigt drei Kurrendesänger vor einer Kirche. Die Figürchen sind nur anderthalb bis zwei Zentimeter groß, in ihren Händen halten sie aber erkennbar Notenmaterial, und ihre winzigen Münder sind zum Gesang geöffnet. Man meint schier sie singen zu hören:
„Wir laufen als Kurrende
und frieren an die Hände,
auch friern wir an die Zehn,
doch singen wir sehr schön!
Auf eine ganz andere Schiene führt uns das nächste Beispiel. Es sind zwölf Figürchen im oben genannten Maß von ca. 2 cm, ein Männergesangverein. Die Herren sind aber nicht als Gruppe fixiert, sondern können von ihrem Besitzer selbst vor einer beliebigen Kulisse montiert werden. Hersteller ist die Preiser GmbH im Bayerischen Steinsfeld. Die aus Elastilin geformten Miniaturen sind einheitlich bemalt: Sie tragen eine typische Vereinskleidung in Schwarz-Rot (den Farben des Schwäbischen Chorverbands by the way).
Gedacht ist der Chor, der von einem Dirigenten mit Notenständer geleitet wird, für die Dekoration von Modelleisenbahnlandschaften und Architekturmodellen. Man kann ihn aber auch einfach so auf seinen Rechner, die Stereoanlage oder auf das Bord im Badezimmer kleben – wo halt noch Platz ist. Und da echte Sammler selten Platz übrig haben, ist das Sammeln von ganz kleinen Dingen echt praktisch.



