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Allgemein, SINGEN 2026-07

Vom Einzelstück zum Konzertprogramm

Redaktion
1. Juli 2026
Titelbild:
Bild: Magnific.com

Vom Einzelstück zum Konzertprogramm

Das Konzertthema steht, einige Lieblingsstücke sind ausgewählt – doch wie entsteht daraus ein abwechslungsreiches Programm? Neben starken Einzelwerken braucht ein Konzert auch eine durchdachte Dramaturgie. Hilfreich ist es, Stücke nach ihrer Funktion im Programm zu ordnen.

Opener

Die ersten Minuten prägen den Eindruck des gesamten Konzerts. Geeignet sind Stücke, die Aufmerksamkeit erzeugen und das Publikum unmittelbar ansprechen. Circle Songs oder improvisatorische Vokal-Loops eignen sich hervorragend, wenn der Chor singend einläuft oder sich im Raum verteilt. Auch „Evening Rise“ (Traditional), „The River is flowing“ oder „KOM“ (Åslund) können durch ihren schrittweisen Aufbau einen stimmungsvollen Einstieg bilden und das Publikum von Beginn an in das Konzertgeschehen einbeziehen.

Ruhepunkte und Kontraste

Ein gelungenes Konzert lebt von Gegensätzen. Nach energiegeladenen oder klanglich dichten Werken bieten ruhige Stücke wie „Senzenina“ (Traditional), „Earth Song“ (Ticheli), „Dona Nobis Pacem“ (Traditional), „May the Road Rise to Meet You“ (Moore), „Vem kan segla förutan vind“(Eriksson), „Heyr, himna smidur“ (Tumason) oder „Signore delle cime“ (De Marzi), „Sleep“ (Whitacre), „The Ground“ (Gjeilo), „Deep Peace“ (Rutter) dem Publikum Raum zum Durchatmen. Besonders wirkungsvoll sind solche Ruhepunkte, wenn sie bewusst als Kontrast zu lebendigen und rhythmischen Programmteilen eingesetzt werden. Bewährt haben sich thematische Blöcke von drei bis vier Stücken, verbunden durch kurze Moderationen.

Finale und Zugabe

Die letzten Stücke bleiben oft besonders in Erinnerung. Für Zugaben eignen sich Werke mit positiver Botschaft, eingängigen Rhythmen und Publikumswirkung, etwa „Viva la Musica“ (Praetorius), „Epo I Tai Tai E“ (Traditional) oder „Good News“ (Traditional), „Adiemus“ –(Jenkins), „May the road rise to meet you“ (Moore) oder „Bogoroditse Djevo“ (Rachmaninoff).

Literatur-Tipp

Wer nach Ideen für Opener, Übergänge oder musikalische Verbindungen sucht, wird in „Sing Circle“ von Edward Caswell und Peter Hunt fündig. Die Sammlung enthält zahlreiche Circle Songs und Vokal-Loops, die sich flexibel einsetzen lassen. Ebenfalls empfehlenswert: „Patches – 53 kreative Songs für Chor“ von Christoph Hiller mit kurzen Songs, Kanons und Loops für Probenarbeit und Konzertgestaltung.

Hilfreich ist eine persönliche Repertoire-Sammlung, in der Stücke Kategorien wie Opener, Ruhepunkt, Höhepunkt, Kontraststück oder Zugabe zugeordnet werden. So lassen sich neue Programme schneller zusammenstellen. Inspiration liefern zudem Konzerte von Chören mit ähnlichem Repertoire und Leistungsniveau. Wer aufmerksam zuhört, entdeckt oft gelungene Übergänge, überraschende Kontraste oder passende Ergänzungsstücke für das eigene Konzertthema.

Konzert, Programm, Repertoire
Vom Einzelstück zum Konzertprogramm
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