Das betrifft alle Chöre. Kinder-, Jugend- und Erwachsenenchöre gleichermaßen. Denn eine lebendige Amateurmusiklandschaft gleicht einem vielstimmigen Chorstück: Nur wenn alle Stimmen getragen werden, entsteht Klang. Proberäume, Förderung und Ehrenamt sind dabei unverzichtbar. Wenn öffentliche Kassen enger werden, geraten kulturelle Angebote schnell unter Druck. Ohne politische Anbindung droht Stillstand.
Aus eigener kommunalpolitischer Erfahrung weiß ich, wie entscheidend funktionierende Netzwerke sind. Gerade in Zeiten knapper Mittel müssen Chöre erklären können, warum gemeinsames Singen mehr ist als Freizeit. Chöre sind soziale Anker, Bildungsräume und Safespaces. Hier entstehen Gemeinschaft, Verantwortung und demokratische Haltung. Politische Themen auszuklammern hieße, diesen Raum zu verkleinern.
Dass Chöre gesellschaftliche Kraft entfalten, zeigt ihre Geschichte eindrucksvoll – von den Sängerfesten des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Diese Tradition verpflichtet auch heute.
Die geplante Gründung der Chorjugend Baden-Württemberg ist deshalb ein starkes Signal. Sie gibt jungen Stimmen mehr Gewicht – und stärkt damit die gesamte Chorszene.
Diese Ausgabe der SINGEN nimmt das Spannungsfeld von Chor und Politik bewusst in den Blick – und zeigt, warum Engagement, Haltung und Gehör heute wichtiger sind denn je.
Katharina Burger, Vorsitzende der Chorjugend im SCV
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