Die Aufführung der Tangomesse von Martin Palmeri war im März in Reutlingen ausnehmend gut angekommen und hatte so viel Spaß gemacht, dass der Chor sie bei einer Konzertreise nach Meran noch einmal öffentlich präsentierte, mit dabei das konzertante südamerikanisch inspirierte Vorprogramm der Instrumentalisten. An einem Ort zu singen, wo einen niemand kennt, das ist schon eine Herausforderung. Würden Chor und Musiker vor leeren Reihen stehen? Doch der Chor hatte das Konzert im Meraner Stadtanzeiger, auf Urlaubs-Apps und -Tourismus-Websites angekündigt, die Stadtkirche von Meran war gut gefüllt. Sonntagfrüh sang der KonzertChor noch einmal in St. Nikolaus, diesmal im Gottesdienst, der live per Youtube übertragen wurde: Locus Iste und Alta Trinita Beata. Auch hier gab’s Beifall, was bei katholischen Messen alles andere als selbstverständlich ist.
Zum Erfolg der Messe in Meran hatte auch die Kreissparkasse beigetragen: mit einem großzügigen Spendenbeitrag, der half, die Kosten für Anreise, Übernachtung und Honorare der Instrumentalisten zu stemmen. Sonst wäre das Ganze nicht möglich gewesen.
Zwischen den Pflichtterminen blieb Zeit für touristische Highlights: Bergpanorama, das schon die Kaiserin Sisi beeindruckt haben soll, begleitete eine Wanderung oberhalb von Meran. Grünspecht, Zikaden und Mönchsgrasmücken halfen, das Gehör auf gute Töne einzustellen. Am höchsten Punkt der Tour testeten die Sängerinnen und Sänger im über 1000 Jahre alten Kirchlein St. Peter die Akustik und den Klang der Lieder, die für den Gottesdienst unten im Tal vorgesehen waren.
Gudrun Ambros

