- Liebe Leserinnen und Leser,
was ist das doch für eine zauberhafte Erfahrung, die wir Chormenschen teilen dürfen: Man hatte einen harten Tag, Geist und Körper sind angespannt – aber dann kommt man zum Chor: Tief atmen und eintauchen in ein Bad aus weichem, harmonischem Zusammenklang, Alltag und Sorgen „abwaschen“. Man richtet sich emotional und körperlich auf, spürt die Verbundenheit mit sich und mit anderen.
Chorsingen ist nicht „nur“ Kulturpflege, sondern auch Pflege der Gesundheit! Deshalb wäre „Chorsingen auf Rezept“ für einzelne Patienten, unser Gesundheitssystem und unsere Gesellschaft sicherlich förderlich. Gleichzeitig können Chöre auch stressig sein: Für die Chorleitung, welche zahlreichen Ansprüchen und Wünschen gerecht werden möchte, für die Haupt- und Ehrenamtlichen, welche sich um die Organisation kümmern, und für Chormitglieder, die vielleicht Ängste und Leistungsdruck verspüren.
Deshalb nimmt diese Ausgabe die mentale Gesundheit beim Singen aus verschiedenen Perspektiven in den Blick. Sandra Bildmann kennt als Sängerin selbst Lampenfieber […]
- Wichtiges Rahmenprogramm auf dem Landes-Musik-Festival 2026
Musik bewegt – emotional, sozial und körperlich. Wissenschaftliche Studien zeigen zunehmend, dass aktives Musizieren nicht nur kulturell bereichert, sondern auch die Gesundheit stärkt. Welche positiven Effekte insbesondere das Singen auf Körper und Psyche hat und warum das Landes-Musik-Festival 2026 das Thema „Musik und Gesundheit“ in den Mittelpunkt stellt, erläutern Bernhard Richter und Claudia Spahn vom Freiburger Institut für Musikermedizin.
In Deutschland ist die Musikkultur nach wie vor ein zentraler gesellschaftlicher Faktor, wie aktuelle Ergebnisse des Musikinformationszentrums (miz) zum Thema Amateurmusizieren aus dem Jahr 2025 belegen. Laut dieser repräsentativen Befragung sind 16,3 Millionen Menschen musikalisch aktiv, das entspricht 21,1 % der Gesamtbevölkerung. Sängerisch aktiv sind 6,6 Millionen, das entspricht 8,3 %. Noch besser sehen die Zahlen bei den Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 15 Jahren aus. Hier sind 3,8 Millionen musikalisch aktiv – das entspricht 49,7 % – und sängerisch aktiv […]
- Wer auf die Bühne geht, um unter Beobachtung anderer etwas darzubieten, verspürt in der Regel eine Anspannung. Denn damit einher geht meist die Erwartungshaltung, dass „es“ gut gelingt. Da geht es Sänger:innen im Amateurbereich nicht anders als Profi-Sportler:innen. Jüngst war es bei den Olympischen Spielen wieder live mitzuerleben: Manche wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, anderen versagten im entscheidenden Moment die Nerven. Manche hatten einfach Pech und wieder andere standen unerwartet im Rampenlicht, weil sie konzentriert, aber unbekümmert einfach das gemacht haben, was sie sonst auch tun – und ihre Leistung auf den Punkt gebracht haben.
Der Wortherkunft aus dem Griechischen nach steht die Psyche für die Seele, „soma“ für den Körper – ist also von Psychosomatik die Rede, dann geht es um das ganzheitliche Zusammenspiel. „Gerade als Sänger:in ist es ja auch wichtig, auf seinen Körper zu hören. Und wenn es mir körperlich nicht so gut geht, dann schlägt […]
- „Bei jedem Künstler, der keine Probleme hat und meint alles sei gut, ist es fraglich, ob er überhaupt ein Künstler ist. Wenn einem alles zu leicht zufällt, wird man eitel. Dann hört man auf zu suchen – und das war’s.“
Prof. Herbert Blomstedt
Die gute Nachricht gleich vorweg. Sich mit Musik zu beschäftigen, mehr noch, sie aktiv zu betreiben, ist gesund und tut gut! Sofern einige Kontextfaktoren beachtet werden, können beim Hören oder Machen von positiv besetzter Musik im Gehirn Stoffwechselprozesse in Gang gesetzt werden, die Stress und Angst reduzieren und soziale Bindung begünstigen. Günstigstenfalls werden Endorphine ausgeschüttet. Kurz: Gute Musik bringt uns gut drauf!
Gestört werden kann dieses Glücksgefühl durch Lampenfieber, das wir in seiner extremen Form Bühnenangst nennen. Zum Thema werden kann das für alle Musizierenden. Doch was mit denjenigen, die vorne stehen, vor dem Ensemble, die maßgeblich gestalten, die leiten? Angst und Führung, das passt doch gar […]
- Ehrenamtliches Engagement ist für viele Menschen mit Leidenschaft, Gemeinschaft und Sinn verbunden. Doch gerade wer sich besonders stark für seinen Verein einsetzt, läuft Gefahr, die eigenen Grenzen zu überschreiten. Wir sprachen mit Jutta Mettig über Warnsignale, strukturelle Ursachen in Vereinen – und darüber, warum klare Aufgaben, offene Kommunikation und die Fähigkeit, auch einmal Nein zu sagen, entscheidend sind, damit Engagement langfristig gesund bleibt.
Frau Mettig, was verstehen Sie unter Burnout im Ehrenamt? Lässt sich das mit einem beruflichen Burnout vergleichen?
Ein Burnout ist ein Zustand der völligen Erschöpfung, weil man sich über die eigene Leistungsgrenze hinaus verausgabt hat, ohne sich mit sich selbst und seiner mentalen Gesundheit auseinanderzusetzen. Die Anzeichen können sehr vielfältig sein, meist jedoch sind Anzeichen dafür, dass die Person keine Energie mehr hat, Aufgaben zu erledigen. Eine Trennung von Beiden kann man so eindeutig nicht feststellen. Oftmals hängt beides miteinander zusammen und ich spreche da aus […]
- Im Verein sollte man stets aufmerksam sein: im Chor, indem man aufeinander hört, im Vorstand, indem man die Interessen und Anliegen der Vereinsmitglieder wahrnimmt und in die Entscheidungen einbezieht – und in vielen anderen Situationen. Diese Art von Aufmerksamkeiten meine ich an dieser Stelle jedoch nicht. Vielmehr geht es um Gemeinnützigkeit und Steuerrecht. Was ist gemeint?
In jedem Verein gibt es Anlässe, einzelnen Vereinsmitgliedern, aber auch den Mitgliedern insgesamt „etwas Gutes zu tun“. Das können Freigetränke und Verköstigung beim Vereinsausflug sein (nur für Mitglieder, nicht für deren Familienangehörige einschließlich Ehepartner), Geschenke für Ehrungen, Geburtstage oder Jubiläen etc. Man spricht auch von geringwertigen Sachzuwendungen an ein Vereinsmitglied oder die Vereinsmitglieder insgesamt aus besonderen Anlässen. Grund kann ein Jubiläum sein, besondere Verdienste, eine gemeinsame Vereinsfeier oder ein Ausflug.
Viele Jahre lang haben die Finanzbehörden bei der Prüfung der Jahresabschlüsse die Grenze der Aufmerksamkeit mit 40,00 Euro bemessen. Erst […]
- Der erste Apriltag ist so ziemlich jedem von uns als vergnüglicher Scherztag bekannt. Vor allem Kinder, aber auch ältere Scherzkekse versuchen an diesem Termin, ihre Mitmenschen auf heitere Weise hinters Licht zu führen, d. h. sie „in den April zu schicken“. Sogar die Medien, die Tageszeitungen und Rundfunksender, treiben dann mit dem Publikum ihre Scherze, indem sie es mit falschen Nachrichten hereinzulegen versuchen.
Der Brauch des Aprilscherzes ist außer im deutschsprachigen Raum auch in Frankreich bekannt, sogar mit einer ganz speziellen Variante: dort kleben Kinder gern jemandem heimlich einen aus Papier gebastelten Fisch auf den Rücken. Und man verschickt „1er Avril“-Grußkarten, die als Bild meist ein Fischmotiv enthalten. Das hier abgebildete Beispiel einer solchen Karte zeigt einen singenden roten Fisch mit Notenheft, der von einem anderen Flossenträger auf der Laute begleitet wird.
Der 1. April gehört also zu jenen Tagen des Jahres, die mit einem eigenen Brauchtum verbunden sind. […]
- Der KCA-MusicEvents Chor wurde im Januar 2025 von der Violinistin, Chorleiterin und Konzertorganisatorin Katharina Campos Aquino gegründet. Aus dem Wunsch heraus, Menschen durch Musik zu berühren und besondere Konzerterlebnisse zu schaffen, entstand ein Chorprojekt, das Chormusik mit neuen Klangwelten verbindet.
Neben dem im September 2025 gegründeten KCA-Jugendchor werden auch weitere Kinder- und Jugendchöre aus der Region in die Konzertprojekte eingebunden. Dadurch entsteht eine generationenübergreifende musikalische Gemeinschaft, die Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis siebzehn Jahren für die Freude am gemeinsamen Singen begeistert.“
Bereits kurz nach seiner Gründung präsentierte sich der Chor erstmals mit dem Konzertprojekt „Mystic Night – Ein Konzert für die Seele“. Dieses außergewöhnliche Konzert verband kraftvolle Chormusik, sinfonische Klänge und emotionale Filmmusik zu einem eindrucksvollen Gesamterlebnis. Auf dem Programm standen unter anderem Werke von Karl Jenkins, darunter Adiemus, sowie Auszüge aus seinem Requiem. Ergänzt wurde das Programm durch bekannte Soundtracks, beispielsweise aus „The […]
Viele Jahre lese ich die Zeitschrift SINGEN. Oft kann man sehr interessante Berichte lesen und auch die Hilfestellungen und Vorschläge in Anspruch nehmen. Speziell die Kolumne „kurz & bündig“ von Herrn Rechtsanwalt Christian Heieck hat mir schon einiges klar gemacht. Aber was ich vermisse sind die finanziellen Probleme, auch Sorgen in der Chorlandschaft, die eigentlich nie angesprochen werden.
Ja gewiss, die Zeiten haben sich verändert. So waren in den Traditionschören früher, die Chorleiter die meistens Musiklehrer an den Schulen vor Ort waren, meist ehrenamtlich eingesetzt und vor allem mit einem gewissen Stolz und auch Ehrgeiz ausgestattet, einem eigenen Chor vorzustehen. Heute sieht das ganz anders aus.Des weiteren hat es in früheren Jahren ausgereicht eine gute und auch oft recht anspruchsvolle Veranstaltung auf die Bühne zu bringen, die Leute zu begeistern.
Durch die Eintrittsgelder von solchen Veranstaltungen konnten sich […]
In keinem anderen Bundesland engagieren sich so viele Menschen ehrenamtlich wie in Baden-Württemberg. Gleichzeitig sind junge Menschen in Vorständen und Leitungsfunktionen noch immer unterrepräsentiert. Der NUSSBAUM Award setzt hier an: Alle zwei Jahre zeichnet er Vereine und Jugendgruppen aus, die mit frischen Ideen und modernen Strukturen das Ehrenamt zukunftsfähig machen.
Impulse für die Zukunft des
EhrenamtsEhrenamtliche Vereinsstrukturen zu modernisieren ist heute wichtiger denn je. Nachwuchs gewinnen, Mitglieder langfristig binden, Kooperationen aufbauen oder digitale Möglichkeiten nutzen – all das trägt dazu bei, Vereine nachhaltig aufzustellen. Genau hier setzt der NUSSBAUM Award an.
Mit dem Preis zeichnet die NUSSBAUM Stiftung gemeinnützige Vereine und Organisationen in Baden-Württemberg aus, die beispielhaft zeigen, wie sich das Ehrenamt zukunftsfähig gestalten lässt. Ziel ist es, landesweit Impulse zu setzen, um das Ehrenamt zu stärken, zu verjüngen und attraktiv zu machen.
Auszeichnung für innovative
VereineEine unabhängige Jury […]
25. bis 26. April 2026 in Karlsruhe
Musik kann für Menschen mit Demenz eine wichtige Brücke sein – zu Erinnerungen, Emotionen und gemeinschaftlichem Erleben. Damit musikalische Angebote gelingen, braucht es jedoch Wissen, Erfahrung und geeignete Methoden. Der Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) lädt daher gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe zu einem zweitägigen Kongress ein, der sich gezielt mit musikalischer Teilhabe von Menschen mit Demenz beschäftigt.
„Musizieren für und mit Menschen mit Demenz – Perspektiven für Chöre und Instrumentalensembles“
Wie kann ich Menschen mit Demenz mit musikalischen Angeboten Teilhabe und Lebensfreude schenken? Antworten und praktische Empfehlungen bietet der Kongress „Musizieren für und mit Menschen mit Demenz – Perspektiven für Chöre und Instrumentalensembles“. Die Veranstaltung richtet sich an Ensembleleitungen, Musizierende, Pflegeeinrichtungen, Musiktherapeut*innen, Fachstellen, pflegende Angehörige sowie alle Interessierten. Es erwarten Sie praxisnahe Workshops, namenhafte Expert*innen und konkrete Impulse für das […]
- Mit Jan Schumacher und Tristan Meister
12. bis 14. Juni 2026
Carus-Verlag, Leinfelden-Echterdingen
Vom 12. bis zum 14. Juni 2026 lädt der Carus-Verlag in Leinfelden-Echterdingen ein zu einem Chorleitungskurs anlässlich des anstehenden Beethoven-Jubiläumsjahres 2027. Dann nämlich jährt sich Beethovens Todestag zum 200. Mal.
Beethovens chorsinfonische Werke gehören zu den Höhepunkten für jeden Chor. Gleichzeitig stellen sie besondere Anforderungen an alle Beteiligten. Im Workshop „Beethoven dirigieren und verstehen“ geben die erfahrenen Chordirigenten Jan Schumacher und Tristan Meister eine fundierte Einführung in die Besonderheiten des Dirigats der Chormusik Beethovens.
Der Kurs richtet sich an Chorleiter*innen und Studierende, die ihre Kenntnisse in der Interpretation von Beethovens Chormusik vertiefen und Input von zwei erfahrenen Praktikern für ihre eigene Chorarbeit mitnehmen möchten.
Wann? Freitag, 12. Juni 2026, 14.00 Uhr bis Sonntag, 14. Juni 2026, 15.00 Uhr
Wo? Carus-Verlag, Sielminger Str. 51, 70771 Leinfelden-Echterdingen
Informationen zur Anmeldung und zum Notenmaterial finden sie auf der Website: www.carus-verlag.com/9912500
- „Kuckuck, Kuckuck“ zählt zu den beliebtesten deutschen Frühlingsliedern und ist unser April-Monatslied aus dem Liederkalender für die Klassen 1 und 2. Mit seinem eingängigen Text und der lebendigen Melodie bringt es Kinder zum Singen, Tanzen und Fröhlichsein – perfekt, um den Frühling willkommen zu heißen.
- Kuckuck, Kuckuck ruft‘s aus dem Wald.
Lasset uns singen, tanzen und springen.
Frühling, Frühling wird es nun bald. - Kuckuck, Kuckuck lässt nicht sein Schrei‘n:
Komm in die Felder, Wiesen und Wälder!
Frühling, Frühling, stelle dich ein! - Kuckuck, Kuckuck, trefflicher Held!
Was du gesungen, ist dir gelungen:
Winter, Winter räumet das Feld.
Text: Heinrich Hoffmann von Fallersleben
Melodie: Volksweise
Gestaltung: Albrecht-Dürer-Grundschule, Mannheim/Käfertal
Entdecken Sie das Lied des Monats!
Jeden Monat stellen wir Ihnen hier das aktuelle Monatslied vor. Streamen Sie das Lied ganz bequem auf der Webseite der Stiftung „Singen mit Kindern“. Zusätzlich bieten wir umfassende Materialien an, die Sie kostenlos herunterladen können:
www.singen-mit-kindern.deStiftung „Singen mit Kindern“
- Kuckuck, Kuckuck ruft‘s aus dem Wald.
„Manche sagen, alle Chorleiter seien Entertainer. Ich würde sagen, es sieht nur so aus, weil es Teil ihrer Rolle ist, ein paar Dutzend Leute bei Laune zu halten.“ Stefan Moster positioniert sich gerne in seinem 2025 erschienenen Buch, in dem er rühmend das Singen im Amateurchor betrachtet.
n der Ich-Form, mal formuliert er aus Sicht des Wir-Kollektivs, mal blickt er vermeintlich neutral oder sogar annähernd wissenschaftlich auf Umstände und Geschehnisse, mal gibt er sich als allwissender Erzähler. Die Stärke des Buches ist es, sprachlich Nähe zu erzeugen und dennoch sachbuchhaft lehrende Züge zu verbreiten, doch wechselt Moster häufig unerwartet inmitten von Kapiteln zwischen den Erzählperspektiven hin und her. Das verwirrt mitunter, ebenso wie die etwas zufällig und unstrukturiert wirkende Kapitelgestaltung.
52 kurze Kapitel
Der Autor unterteilte seinen Text auf 219 Seiten in 52 kurze Kapitel, deren Überschriften das […]















