Der Brauch des Aprilscherzes ist außer im deutschsprachigen Raum auch in Frankreich bekannt, sogar mit einer ganz speziellen Variante: dort kleben Kinder gern jemandem heimlich einen aus Papier gebastelten Fisch auf den Rücken. Und man verschickt „1er Avril“-Grußkarten, die als Bild meist ein Fischmotiv enthalten. Das hier abgebildete Beispiel einer solchen Karte zeigt einen singenden roten Fisch mit Notenheft, der von einem anderen Flossenträger auf der Laute begleitet wird.
Der 1. April gehört also zu jenen Tagen des Jahres, die mit einem eigenen Brauchtum verbunden sind. Zum Ursprung und Hintergrund dieses Scherztages ist allerdings kaum etwas bekannt. Die einen spekulieren, dass es etwas mit der Gregorianischen Kalenderreform 1564 zu tun hat; damals wurde der Jahresbeginn vom 1. April auf den 1. Januar verlegt, was bei manchen Menschen wohl einige Verwirrung stiftete; andere brachten das Datum mit der Fastenzeit in Verbindung, in der früher bevorzugt Fisch gegessen wurde. Sonderlich alt ist die ganze Geschichte jedenfalls nicht, man hört davon erstmals im 19. Jahrhundert.
Im Gegensatz zu den anderen Feiertagen und wichtigen fixen Terminen im Jahreslauf (kirchliche Hochfeste, Nationalfeste, Karneval, 1.Mai) hat es der 1. April zu keiner eigenen musikalischen Tradition gebracht. Wer hier etwas zum Thema Musik sucht, findet höchstens noch in den Medien irgendwelche Scherznachrichten über angebliche Auflösungen bekannter Rockgruppen oder ähnliches.
Wer aber nun unter den Chören zum 1. April etwas Fischiges mit speziell alberner Komponente sucht, der kann zu Franz Schöggls „Die launige Forelle“ (Doblinger Musikverlag 2009) greifen; es ist eine Zusammenstellung von zehn Variationen von Franz Schuberts „Die Forelle“, gesetzt für vierstimmigen gemischten Chor. Titelzusatz: „Ein musikalischer Scherz“.
(Ist das nun ein Aprilscherz – oder keiner?)

